Kampf gegen Zecken, die lästigen Plagegeister

Alle Hundebesitzer kennen wohl dieses Thema. Mann geht spazieren oder wandern durch Flora und Fauna. Dabei schnüffeln unsere lieben Vierbeiner auch gerne an Wegesrändern. Für sie ist dies sehr interessant und es gibt schließlich auch viel zu entdecken bzw. zu erschnüffeln. Dabei sammeln unsere Lieblinge die eine oder andere Zecke auf. Recht regional unterschiedlich ist die Plage von Zecken in Deutschland ausgeprägt, sodass die einen mehr und andere wieder weniger davon betroffen sind.

Hunde auf Wiesen können Zecken aufsammeln
Hunde auf Wiesen können Zecken aufsammeln

Krankheitsüberträger Zecke

Die (möglichen) Erreger einer Zecke brauchen ungefähr 24 Stunden, um sich auf den Hund zu übertragen. An erster Stelle ist hier die Borreliose zu nennen. Natürlich hat nicht jede Zecke diesen Erreger in sich. Aber jede zweite bis dritte Zecke soll Borreliose übertragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Hund mit Borreliose infiziert, ist somit gegeben. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass viele Infektionen ohne Symptome verlaufen. Dennoch gibt es auch einige mit schweren Verläufen.

Den Hund kann man gegen eine Borreliose-Infektion impfen. Diese mildert potenzielle Borreliose-Erkrankungen ab, macht den Hund in der Zukunft jedoch nicht zeckenfrei. Auch können nach wie vor andere durch die Zecke übertragene Erreger eine Krankheit verursachen, da die Impfung im Allgemeinen nur gegen Borreliose hilft. Jeder Hundebesitzer sollte das Nutzen-Risiko Verhältnis einer Impfung abwägen. Denkanstöße hierzu können Sie sich in meinem Artikel „Impfungen JA oder NEIN?“ holen.

Neben der Borreliose gibt es noch eine Menge weitere Krankheitserreger, die von der Zecke übertragen werden. Dazu gehören FSME, Anaplasmose, Ehrlichiose und Babesiose. Haben Sie die Vermutung, dass der Hund sich infiziert hat, sollten Sie einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Mein Hund hat eine Zecke, was nun?

Entdeckt man die Zecke auf dem Hund, wenn sie sich noch nicht festgesaugt hat, kann man diese einfach ablesen und „entsorgen“. Dies ist natürlich die beste Vorsorge, denn die Zecke kann so keinen Schaden anrichten. Deshalb sollte man in der Zeckenzeit nach jedem Spaziergang den Hund absuchen. Zecken lieben den Kopfbereich, die Ohren (auch innen!), den Achselbereich und den Bereich zwischen den Zehen. Grundsätzlich können diese Plagegeister aber überall sitzen.

Oft bemerken wir die Zecken erst, wenn sie sich schon festgesaugt haben. Dann ist Eile geboten. Das Wichtigste ist jetzt Ruhe zu bewahren. Vor allem sollte man den Hund nicht in Aufregung versetzen. Das heißt, keine hysterischen Bewegungen oder hysterischen Tonfall. Reden Sie ruhig und entspannend mit ihrem Hund. Tun Sie so, als ob es die normalste Sache der Welt ist. Denn beim Entfernen der Zecke muss der Hund ruhig am Platz bleiben.

Als nächstes muss die Zecke oft „freigelegt“ werden.  Das bedeutet, das Fell um die Zecke sollte zur Seite gelegt werden, damit man gut an die Zecke rankommt. Erst jetzt kann man die Zecke mit einem vorher zurechtgelegten Werkzeug entfernen. Dabei ist es wichtig, den Kopf der Zecke zu erwischen. Also man muss das Werkzeug seiner Wahl tief ansetzen und mit einem beherzten Zug die Zecke rausziehen. Der kritische Punkt ist das Ansetzen des Werkzeuges, da dabei der Hund meist zuckt und unruhig wird.

Hat man die Zecke entfernt, lässt man den Hund an ihr noch einmal schnuppern. So zeigt man seinem Liebling, dass keine Gefahr besteht und nun alles schon vorbei ist. Ihre Ruhe im Vorfeld und das Schnuppern entscheiden mit darüber, ob der Hund Angst beim Entfernen von Zecken entwickelt.  

Ob Sie als Werkzeug für die Zeckenentfernung eine Zeckenzange, Pinzette, Zeckenhacken oder etwas anderes nutzen, ist egal. Nehmen Sie das, mit dem Sie am besten zurechtkommen. Ich bevorzuge die Zeckenhacken. Zur Entsorgung der Zecke nutze ich ein Schraubglas (siehe Tipp weiter unten)

Falls Sie noch nie mit einer Zecke in Berührung gekommen sind und Angst vor dem kleinen Spinnentier haben, kann ich Sie beruhigen. Ist die Zecke auf dem Finger oder der Hand, läuft sie in aller Regel erst einmal davon. Eine Zecke beißt nicht gleich zu und saugt sich fest. Solange die Zecke sich nicht festsaugt ist sie völlig harmlos und man kann sie in aller Ruhe entsorgen. Bleiben Sie also ruhig und entspannt. Wichtig ist nur, die Zecke nicht aus den Augen zu verlieren!  

Was kann man im Vorfeld tun, damit der Hund zeckenfrei bleibt?

Halsbänder gegen Flöhe, Milben und Zecken sind sehr beliebt. Auch Spot-Ons werden oft angewandt. Zu bedenken ist, dass bei Halsbändern als auch bei Spot-ons oft chemische Nervengifte zum Einsatz kommen. Hier muss jeder Hundebesitzer entscheiden, was er seinem geliebten Vierbeiner zumuten möchte.

Zunehmend werden Tabletten gegen Zecken, Milben und Flöhe angeboten. Bei den Tabletten handelt es sich um ein Ektoparasitikum. Diese Tabletten geraden jedoch in den letzten Jahren immer mehr in die Kritik. Sie wirken zwar recht gut, aber sie haben auch eine Menge Nebenwirkungen. Trotz Tablette beißt sich die Zecke erst einmal fest. Erst dann wirkt das Mittel. Die Zecke stirbt mehr oder weniger schnell ab.

Wie gehe ich ganz persönlich mit dem Thema Zecke um?

Ich gebe meinen Hunden keine chemischen „Wunderwaffen“. Vor allem ist mir unklar, ob die verabreichte Dosis tatsächlich auf die zarten Bolonkahunde abgestimmt ist. Da jedes Individuum anders auf die chemischen Mittel reagiert, bleibt immer die Frage offen, was ist für meinen Hund die richtige Dosis. Mir ist es einfach zu riskant, meine Hunde mit chemischen Mitteln vollzustopfen.

Ich persönlich bevorzuge die manuelle Zeckensuche und Zeckenentfernung, wie oben beschrieben. Zusätzlich nutze ich natürliche ätherische Öle, um die Zecken fernzuhalten.

Natürliche ätherische Öle bei Hunden ist allerdings ein separates Thema. Demnächst werde ich hierzu einen eigenen Block über dieses komplexe Thema schreiben. Schauen Sie also öfters einmal vorbei.  

Ein Tipp: Vermeiden Sie die Entsorgen der Zecken in Waschbecken, Toiletten oder ähnlichen. Zur Entsorgung der Zecken nehme ich ein Schraubglas, das ich mit Wasser, ein wenig Spülmittel (zur Verringerung der Oberflächenspannung des Wassers) und etwas Spiritus oder Ethanol (Alkohol) fülle. Dadurch gehen die Zecken in der Wasser-Spüllmittel-Spritus Mischung unter und sterben ab. Das Schraubglas nutze ich die ganze Zeckensaison. Danach wir das gesamte Glas in den Müll entsorgt.

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